The Final Call
the final call movie poster 

Begründung der VDT-Jury

„Klangsphären von tonaler und atonaler Herrlichkeit“
„beispielhafte Ausnutzung des Kinoraums, ohne plakativ zu wirken“
„Die Jury hätte gerne den ganzen Film gesehen.“ *

Inhalt

„Die Bilder dieses Films sind Fundstücke einer Reise, der Text ein Tagebuch. Regisseur Florian Baron ist unterwegs zu Orten der Einsamkeit. Nach Japan. Zur Osterinsel.
Während seiner Reisen kommen Fragen auf: Welche Rolle spielen die Katastrophen unserer Zeit für sein eigenes Selbstverständnis? Was hat ein Krieg, eine Naturkatastrophe oder der radioaktive Fallout von Fukushima mit seiner eigenen Geschichte zu tun? In einem inneren Monolog befragt Florian Baron die eigene Herkunft, sein Bedürfnis nach politischer Betätigung und sein gleichzeitiges Unvermögen, einen Ausdruck dafür zu finden.

Auch Johannes Heidingsfelder, der Tonmeister des Films, begibt sich für den Film auf Reisen. Sie führen ihn an die gleichen Orte. Auch allein. Die gesamte Tonspur des Films besteht aus Geräuschen, die vor Ort aufgenommen und später verfremdet wurden. Durch die Montage von Bild und Ton zusammen mit dem persönlichen Erzähltext entfaltet „The Final Call“ einen audiovisuellen „stream of consciousness“.“

(Filmfestival Max Ophüls Preis)

* Die Einreichekriterien verlangten eine maximale Länge von 20 Minuten.

Schwerpunkte
Original Ton 5.0..

Studioaufnahmen
Klangkunst mit 8 Mikrofonen (s. Bild: Holzröhre)
eigenständige Atmosphären zur 1. Mai Demonstration in Berlin-Kreuzberg
eigenständige Reisen nach Südamerika/ Chile, auf die Osterinsel. Nach Japan auf die Insel Okinawa
5.0 Mikrofonanordnung, SoundDevices 788, DPA Anstecker, Schoeps CMIT-5U, Tonangel
Aufspüren und Einfangen von besonderen herausragenden Geräuschen der Destinationen

Tonschnitt 5.0..

Daten-Organisation zuerst in LogicPro für musikalische Effekte.
Schnitt mit Blenden, Kürzen von hunderten 10-15min Aufnahmen, Reduzierung auf die wesentlichen Momente

Tongestaltung 5.1..

Komplexe Entfremdung meines Tonmaterials komplett mehrkanalig in 5.1
Bearbeitung mit digitalen Prozessoren und Effektketten, Manipulation in Frequenz und Zeit; Echos, Entzerrer, Dynamik, NI’s Reaktor, Absynth, Kontakt
Komplette Neuvertonung der ersten verfügbaren, verwackelten und durch die Strahlung verrauschten Kamerabilder aus dem Reaktorkern von Fukushima nach der Katastrophe, bereitgestellt von Tepco selbst
Absolute Freiheit zur Neuvertonung in 5.1 in Geräusch, Klang, Melodie. Hörspiel ähnliche Elemente

ADR..

Deutsche und englische Sprachaufnahmen
Sprecheranleitung, Mitarbeit bei Wortwahl, Ausdruck und Grammatik (englisch und deutsch)

Musik und Musikbearbeitung 5.1..

Filmthema
Umwandlung von Atmosphären in musikalische Stücke

Kinomischung DolbyDigital 5.1..

Ausnutzung des gesamten verfügbaren Raumes (Immersion)
Äußerst detaillierte Eingriffe in Panorama und Frequenzen, Dynamik und Blenden.

TV- und DVD-Mischung Stereo/DolbyStereo..

Aufgabe, den teils gewaltigen Dynamik- und Frequenzumfang auf Bildschirmgröße und kleine Lautsprecher zu mischen

Tonpostproduktion..

Planung Technik für Auslandsreisen, Notfallplan bei Gepäckverlust
Einholen eines verplombten Carnets der IHK, Abnahme durch den Deutschen Zoll Berlin
Planung ADR, Überlegung zu Übersetzungen deutsch/englisch, Unterstützung Regie

Impressionen

 

Filmausschnitte

Ein 5.1 Datenstrom über die Internetseite wird leider noch nicht unterstützt, sämtliche Beispiele sind auf Stereo begrenzt. Die Bildqualität ist auf schnelles Streamen angepasst.

Ausschnitt 1: Die Umgebung von Fukushima nach der Katastrophe, die ersten Bilder aus dem zerstörten Reaktor-Kern (ab Minute 2:43, empfehlenswert)

Ausschnitt 2: Auf der Insel Okinawa, bewohnt von Menschen mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Der Jahrestag des Kampfes um die Insel im 2ten Weltkrieg Japan gegen USA.

Ausschnitt 3: Die aufgeladene 1. Mai Demonstrationen in Berlin-Kreuzberg bei Nacht.