Kategorie: Musik

Mix-Stipendium für Ben Burtt-Meisterklasse

Eine Reihung glücklicher Fügungen, freundlicher Zusagen und dankenswertem Entgegenkommen verdanke ich 10 Tage Meisterklassen bei Joe Kraemer (Filmmusik, Mission Impossible – RogueNation, Jack Reacher), Ben Burtt (SoundDesign, Wall-E, StarWars, IndianaJones) und in Computerspiele Audio&Musik. Vielen Dank allen, die mir das ermöglicht haben; meinen theoretischen Horizont zu erweitern, wunderbare kreative Menschen kennen lernen zu dürfen und 10 Tage im Mikrokosmos Hamburg-Blankenese zu campen. 😀

Meine Tongestaltungs-Hausaufgabe zu 3min Metropolis-Ausschnitt:

( „Metropolis“ von www.archive.org nach CreativeCommon 0)

 

Die Lola geht an „Auf Augenhöhe“ – Deutscher Filmpreis 2017

So ein schönes Gefühl: die goldene Lola geht 2017 an uns – „Auf Augenhöhe“ sticht quasi Andreas Dresen aus, klein gegen groß, David gegen Goliath, bekannt gegen Neuling, Stammteam gegen ? Oh wie schön ist Panama. Oh wie schön ist gemeinsam feiern. Und was für eine Party stellen die eigentlich auf die Beine!! Bemerkenswert, was am Funkturm in Berlin aufgefahren wurde. Spitzen Feier.

 

 

Deutscher Kritikerpreis

Uuuund wir haben ihn! Zur der Berlinale wurden die Preise der Deutschen Filmkritik 2017 vergeben. Toni Erdmann ganz oben (ach ;), Josef Hader war dabei (genial) und viele weitere. Bester Kinderfilm – geht an uns! Ein lässiger, brezenlastiger Abend mit der Filmfamilie (s.Bild) bis in die späte Nacht hinein.

Die Preisträger

Ein Tag zuvor, Sonntag früh gegen sechs Uhr, stelle ich in einem Club in Halle fest: zum ersten Mal hat dir jemand deine Winterjacke geklaut. Das ist so gemein! Minus drei Grad, die ganze Nacht unterwegs gewesen, ausgekühlt – nur mit Pulli lauert draußen der Tod – oder eine Berlinale vom Bett aus. Das Club-Team hat mich stilbewusst und eifrig mit zurückgelassenen Klamotten der letzten Monate ausgestattet. Heimweg überlebt. Dann war die Zimmertür abgesperrt und ich hatte keinen Schlüssel, die anderen waren noch im Club zugange. Zum ersten Mal notgedrungen auf dem HiFi-Tisch die Iso und den Schlafsack ausgebreitet, im öffentlichen Aufenthaltsraum eines katholischen Studentenwohnheims. Um acht Uhr, wohl auf dem Weg zur Kirche, der erste: „Wow, das hat hier noch keiner gemacht.“ In den nächsten Stunden hörte ich das ein halbes Dutzend Mal wieder.
Später, nun in Leipzig, lieh mir ein Freund seine Haglöfs-Superjacke, dünn wie eine Regenjacke, aber gespürt +10°C Wohlfühltemperatur – wie schaffen die das? Abends das Teileauto-Prinzip kennen gelernt (funktioniert prächtig) und saunieren gegangen im Nord-Osten, an einem Stadtsee, an dem, so erzählen es mir meine zwei Freunde, vor gar nicht langer Zeit zwei zerstückelte Leichen in schwimmenden Plastikbeuteln gefunden wurden. (Manch einer erinnert sich an die Zeitungsberichte.) Mit grusligem Schauer in die warme, dunkle Landschaft mit direktem Zugang zum See. Leipziger töten gerne in der Sauna: Was in Nürnberg’s Kristalltherme als „Vulkanaufguss“ drohend angekündigt wird, toppen die Sachsen locker (fünf Aufgüsse mit Pause) und bezeichnen das nicht mal extra. Warum erwähnen, dass eine Sauna rote Verbrennungen auf der Haut hinterlässt? Da stichel ich weiter: Beim Eintritt bezahlen versteh ich den Kassierer sein genuscheltes Sächsisch nicht, bekomme auf meinen 20€-Schein statt erwarteter 5,50€ nur 50Cent zurück; frage irritiert nach; kann mir aus der Antwort ungefähr zusammenreimen, dass der Rest beim Schlüsselpfand verbleibt. „Ün des stähd do drüben uff dö Daafel, wärs Lähsen gonn …“ Mein Freund Ingmar zahlt als nächstes, bekommt 50Cent zurück, fragt nach den verbliebenen 5€. Ich lache laut auf. Ungerührt ertönt: „Des stähd do drüben uff dö Daafel, wärs Lähsen gonn …“ Kommt als letzter Thomas an die Reihe, bekommt 50Cent zurück, bemerkt die fehlenden fünf Euro. … Ich kenn kein Halten mehr 😉
Am Tag vom Kritikerpreis, am Potsdamer Platz im Bus von „Startnext“ mit Maik zur Finanzierung seines nächsten Films nahm ich mir frierend vor, direkt in die Potsdamer Arcaden über zu wechseln, fand eine schicke Hose, schickes Oberteil – und behalte sie gleich an. Meine Klamotten waren von der Fahrt zerknittert. Die Preisverleihung begann um 20h pünktlich, also stapfte ich eine halbe Stunde eher los in Richtung Friedrichstraße. Ein Geschäft vor der Location „TubeStation“, finde ich echt noch einen offenen Schuhladen, und echt (2) gehe da rein, ich als äußerst müder Klamottenkäufer. War wohl angefixt. Bei meinen jetzigen Winterschuhen drückt es die Feuchtigkeit von unten hoch, also brauche ich neue, finde im Regal fünf verbleibende Paare für Männer in meiner Größe, probiere das schönste Paar Stiefel aus, passt, sieht perfekt schick aus, sind 50% reduziert, lasse die Schuhe gleich an, Wahnsinn. Ich kaufe selten Klamotten und Schuhe, da mich die Luft in den Läden und die Beratung vom Personal in die Flucht schlägt. Mein „ich ziehe nur was an, das Charakter hat“ führt über Monate zu häufigen, frustrierten Visitationen von Geschäften. Heut ist ein besonderer Tag. Ich bin begeistert. Fühle mich auf der Party als am schicksten Gekleideter (unbekanntes Gefühl bis dato) und labe mich am Weißwein, ein entspannter Ruhepol an der Bar.
Eine Winterjacke habe ich bis heute noch nicht.

„Er verleiht Filmen hörbare Gefühle“

Soviel Zeitung.

Kurze Rekapitulation: wir haben einen erfolgreichen, emotionalen wie interessanten Film gemacht. Dieser richtet sich insbesondere an eine Zielgruppe von 6-14 Jahren. Was machen wir damit? Zeigen ihn im Kino und Festivals. Mehr? Warum Nicht-Festivalbesuchern vorenthalten? Derzeit ist er noch frisch, also los: lasst ihn mich gezielt an Schulen bringen, wo zur Zielgruppe auch das Ziel-Publikum sitzt, im Frontalunterrich vor Lehrer und vorm Stoff. Ich selbst kann mich gut an die holprigen Versuche des Religionsunterrichts erinnern (und nur da?), als versucht wurde, unserer Klasse Werte wie Toleranz, Umgang mit Minderheiten und Mobbing bei zu bringen. Hat es geklappt? Was für eine Frage. Bei Euch?
Lass mich die Frage, wie ich die Motivation von Schülern steigere, das Maximum an Impact/Einschlag vergrößere, banal: die Nachhaltigkeit: Wäre ich Schüler (ein Wechsel in die Gedankenwelt) und hätte die Wahl: zwischen zwei Schulstunden Religion, wo ganz sicher nichts hängen bleibt – oder Kino. Hm, der Film hat einen pädagogischen Hintergrund, das heißt, mein Lehrer wird von uns irgendetwas verlangen, Ausfragen danach, darüber diskutieren – bäh. Er sagt aber, dass da einer vom Filmteam dabei ist, oha, krass, was macht der in meiner Stadt? Kommen da Promis? – Yeah, mein Alter-Ego hält mich für einen Promi. 😀 Zurück zum Thema: ist das nicht ein weicher Teppich für Neugierde und Interesse? Bewaffnet mit Pressemappen und Plakaten schrieb ich Emails an hiesige Schulen&Gymnasien dieser Stadt – und dem neuen Cineplex: Wäret ihr für eine Sondervorstellung zu haben, würdet einen Saal bereitstellen? Die Zeitungen bekamen Pressetexte, da ich die Vorführung offen für jedermann machen wollte.
Bei der Berufsschule kam der Erfolg, die ihre 160 Schüler und Schülerinnen bei vergünstigten Eintritt so dann frei stellte und sie meiner halbstündigen Vormoderation überließen: „Ihr seid die ersten vor allen anderen Schulen hier, vor Hauptschulen, Realschulen und Gymnasium, ein Applaus für euch selber, bitte!“ Die Aufmerksamkeit ist da. Schnell den Film, die Entstehung, das Anliegen und einige Hintergründe vorstellen. Film ab und Überraschung: Nach 30 Minuten verebbten die üblichen coolen Kommentare und Lästereien, sie kicherten, lachten und reagierten emotional auf die Handlung. Zwischendrin eine im Jaqueline-Ton zur ihrer Mitschülerin „Ey! Du weinst ja voll.“ Da beiße ich vor Lachen in die Rückenlehne meines Vordermanns.
Übrigens besagten die Rückmeldungen seitens der Lehrer unisono: Selbst die hintersten alt bekannten Störer machten zurück im Unterricht überraschend mit bei der Nachbearbeitung und brachten sich ein in die Diskussionen über Mobbing und Kleinwüchsigkeit/Andersartigkeit. Ein voller Erfolg, wie schön 🙂

Vor der Vorführung gabs ein Interview, woraus dieser schöner Zeitungsartikel entstand. Quelle: Neumarkter Tagblatt vom 23.12.2016

Doppelauszeichnung Publikumspreis und Schülerjury10+

Der Publikumspreis RAKETE geht an AUF AUGENHÖHE
„Die sensible Tragikomödie erzählt von der Suche des 10jährigen Halbwaisen Michi nach seinem Vater, die in einer Überraschung endet – Michi steht einem Kleinwüchsigen gegenüber. Ein wunderbar zeitgemäßer Kinderfilm über Freundschaft, Loyalität und Identitätsfindung.“ Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, gestiftet von Lüner Familie.

Schülerfilmpreis 10+“
„Die Mitglieder der Schülerjury 10+, zeichnen ebenfalls AUF AUGENHÖHE aus. Die junge Jury fand den Film spannend, berührend, traurig und lustig. Er zeigt, dass Freundschaft mit jedem möglich ist. Wir wollen diesen Film empfehlen, damit möglichst viele Kinder und Jugendlichen ihn sehen, weil er ein so wichtiges Thema behandelt.“ Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird gestiftet Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.

 

luenen awards

leadership hoch drei

Leadership³, Festival der Perspektiven – Doku/Trailer

„Um die Herausforderungen dieser Welt zu lösen, braucht es eine neue Form von Führung.“

Mein privater Fortbildungs-Höhepunkt des Jahres. Für fünf Tage am Olympiastützpunkt über den Dächern von Berlin, im Grünen, im Ruhigen mit fremden Menschen aus den Positionen Führung, Soziales, Freiberufler und Studenten. Wie geht Führung im 21. Jahrhundert, wie werden und wollen wir in Teams arbeiten? Welche Strategien gibt es und welche Lösungsvorschläge? Das Team um Samir, Hendryk, Anne, Nathalie und Jonathan hat es geschafft, über 75 fremde Menschen auf ein Vertrauensniveau zu führen, das ich eher Selbsterfahrungswochen zuschreiben würde. Und nebenan kickt und trainiert Hertha BSC.

Trailer/Doku

Für das Festival konzipierte ich für das Team einen neuen Trailer. Mit dem Videomaterial von Ludwig konnte ich lockere Eindrücke vom Festival zusammen schneiden mit der Absicht, potentiellen Teilgebern für 2017 ein wenig die Hemmungen vor der Anmeldung zu nehmen. Meine eigene Hürde war zuvor sehr hoch, da mir das Konzept nicht vertraut war, ich niemanden kannte, der zuvor am Festival teilgenommen hatte und meine Fantasie in die übliche stereotype Esoterik-Zuschreibung zog. Dass es ein Netzwerk-Festival wurde, aus dem wir Tipps und Umgang mit Kollegen in unsere eigenen vier Büroarbeitswände mitnehmen konnten, weiß ich hinterher. Die Texte zu den Tafeln im Trailer entnahm ich dem Leadership-Heft. Samir’s grandios-ehrliche Reaktion vor der Kamera ist sinnbildlich für die Menschlichkeit, die dieses Festival und ihre Organisatoren ausstrahlen.
Zu Beginn des Festivals habe ich in einer spontanen Aktion die drei bis dato interessantesten Menschen vor die Kamera gebeten und interviewt. Alle drei haben so verschiedene Hintergründe, dass sie für mich exemplarisch dafür stehen, dass das Festival keine zu kategorisierende Zielgruppe hat: aus welcher Lebenssituation heraus man teilnimmt, man prägt ganz entscheidend den Geist der Woche mit. Manuela ist Mit-Inhaberin eines 14-köpfigen Internet-Start-Ups in München und tritt in Konkurrenz zu einem Google-Geschäftszweig, Dominik ist erfolgreicher Wirtschaftsberater und sucht seine kreative Seite, Bastian hat sich nach Ende seines Ingenieurs-Studium seinen Kindheitstraum erfüllt – und ist über ein Jahr auf der AIDA beschäftigt gewesen. Mittlerweile ist er als Ingenieur in einem profitablen Start-Up tätig, das europaweit Lokomotiven an Firmen vermietet.

Technisch gibt es im Bildmaterial Mängel (Belichtung, Schärfe, Wackeln), wo es nur geht, habe ich drum herum geschnitten. An relevanten Stellen sorgen der O-Ton für Abwechslung und die Musikauswahl kleistert den Trailer zusammen.